Setzte in den 1990er Jahren noch eine verstärkte Erinnerung u.a. auch durch erfolgreiche Kinofilme wie „Schindlers Liste“ ein, universalisierte und entkernte sich das Gedenken aber gleichzeitig und wurde im Laufe der Jahre immer mehr zu einer beliebigen Chiffre für allerlei Kriegs- und Menschheitsverbrechen. So wurde beispielsweise das Eingreifen der Bundeswehr im Kosovokrieg 1999 durch den damaligen Außenminister Joschka Fischer mit der Behauptung, ein zweites Auschwitz zu verhindern, begründet.
In den letzten Jahren konnte man vor allem durch die Verbreitung sogenannter postkolonialer Theorien eine immer weitere Verschiebung der Erinnerung an die Spezifik der Judenvernichtung beobachten. Kolonialverbrechen, die zweifelsohne viel zu spät und dann auch nur unzureichend aufgearbeitet wurden, werden immer häufiger mit dem Holocaust assoziiert. Somit droht die Gefahr, dass in einigen Jahren überhaupt niemand mehr sagen kann, was der Holocaust denn eigentlich überhaupt war außer ein Synonym für kolossale Verbrechen.
Über diesen Wandel der Erinnerung diskutieren der Leipziger Politikwissenschaftler und Historiker Prof. Jan Gerber sowie Holger Hase, Lehrstabsoffizier bei der Bundeswehr und Vorsitzender des Dresdener Vereins Denk Mal Fort, der sich der lokalen Erinnerungskultur verschrieben hat. Die Diskussionsgrundlage bildet dabei Gerbers Buch „Das Verschwinden des Holocaust“, Edition Tiamat, 2025.
Einlassbeginn
Begrüßung
Markus Müller
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Grußwort des KooperationspartnersSteffen Heidrich
Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof e. V.
Diskussion zum Buch: Das Verschwinden des Holocaust. Zum Wandel der Erinnerung
Prof. Dr. Jan Gerber – Historiker und Autor
Holger Hase – Militärhistoriker und Kommunalpolitiker
Philipp Hanslik (Moderation)
Ausklang bei Getränken mit der Möglichkeit ein Buch zu kaufen
21:00 Uhr Ende der Veranstaltung
Dies ist eine Kooperationsveranstaltung mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und dem Förderkreis Alter Leipziger Bahnhof e.V.
Anmeldung bitte unter: freiheit.org/veranstaltungen
Wir freuen uns auf das Gespräch und laden Sie herzlich dazu ein!